Brauch ich einen Sex Therapeuten?

NEUE PODCAST FOLGE: Ehrliche Fragen zu Lust, Scham und Unterstützung

Die Frage „Brauch ich einen Sex Therapeuten?“ stellen sich viele Menschen. Leise, zögerlich, manchmal mit Scham. Oft nicht, weil etwas „falsch“ ist, sondern weil Gedanken über Lust, Nähe, Fantasien oder Beziehungen nirgends so richtig Platz haben.
In diesem Artikel geht es darum, diese Frage ehrlich auseinanderzunehmen. Ohne Pathologisierung. Ohne schnelle Antworten. Dafür mit Klarheit, Fachwissen, Humor und einer Einladung, dich selbst besser zu verstehen. Egal ob du solo bist oder in einer Beziehung.

Brauch ich einen Sex Therapeuten oder erstmal etwas anderes?

Diese Frage begegnet mir ständig. Und sie kommt selten locker daher. Meistens hängt da schon einiges dran. Unsicherheit. Scham. Das Gefühl, nicht normal zu sein. Oder nicht zu funktionieren.

Dabei gehen Menschen nicht zu einem Sex Therapeuten, weil sie kaputt sind. Sie gehen, weil sie etwas verstehen wollen. Weil sich etwas verändert hat. Weil Lust fehlt, Nähe schwierig geworden ist oder Fantasien da sind, die keinen Raum bekommen.

„Die meisten Probleme mit Sex sind keine sexuellen Probleme. Sie zeigen sich nur dort.“

Sex ist oft der Ort, an dem sichtbar wird, was woanders keinen Platz hatte. Stress. Überforderung. Ungesagte Wünsche. Alte Verletzungen. Erwartungen, die nie überprüft wurden.

Warum sich so viele mit ihren sexuellen Gedanken allein fühlen

Über Sex reden wir immer noch erstaunlich schlecht. Entweder locker und oberflächlich. Oder gar nicht. Dazwischen ist wenig Raum.

Viele Menschen trauen sich nicht, Freundinnen oder Partner einzuweihen. Zu groß ist die Angst, komisch zu wirken, abgelehnt zu werden oder etwas kaputt zu machen, das eigentlich bleiben soll.

Also wird der Gedanke schnell ernst. Vielleicht brauche ich professionelle Hilfe. Und manchmal stimmt das auch. Aber oft fehlt vorher etwas ganz anderes.

„Scham verschwindet nicht, wenn wir sie analysieren. Sie wird kleiner, wenn wir sie teilen.“

Typische Themen, mit denen Menschen an Sextherapie denken

Die Gründe sind vielfältig. Und sehr menschlich.

  • Lustlosigkeit oder nachlassendes sexuelles Verlangen

  • Mismatched Libido in Beziehungen

  • Unausgesprochene Fantasien oder sexuelle Wünsche

  • Körperbild, Unsicherheit, Scham

  • Veränderungen nach Geburt, Krankheit oder Stress

  • Schwierigkeiten mit Nähe oder Intimität

  • Offene Beziehungen, Kink oder alternative Beziehungsformen

Wichtig ist die Frage:
Geht es wirklich um Sex. Oder ist Sex der Spiegel für etwas anderes.

Für Singles: Wenn niemand sonst involviert ist und trotzdem alles laut ist

Auch ohne Partner können Fragen rund um Sexualität schwer wiegen. Wie gehe ich mit meinem Körper um. Erlaube ich mir Lust. Oder kontrolliere ich mich ständig. Habe ich Nähe gelernt oder vermeide ich sie.

„Neugier ist oft heilsamer als jede Selbstoptimierung.“

Manchmal braucht es keinen Therapeuten, sondern einen ehrlichen Blick auf die eigene Beziehung zu sich selbst.

Für Paare: Wenn Sex zum Problem erklärt wird

In Beziehungen wird Sex schnell zum Symptom. Einer will mehr. Der andere weniger. Gespräche drehen sich im Kreis oder finden gar nicht mehr statt.

Hier kann Paartherapie sinnvoll sein. Oder ein Raum, in dem man wieder lernt, zuzuhören. Ohne sofort Lösungen zu verlangen.

Die entscheidende Frage ist oft nicht:
Wie können wir besseren Sex haben.
Sondern:
Trauen wir uns noch, ehrlich miteinander zu sein.

Wann ein Sex Therapeut wirklich sinnvoll ist

Es gibt klare Momente, in denen professionelle Begleitung ein Geschenk ist.

  • Wenn Gespräche immer wieder eskalieren

  • Wenn Trauma oder Grenzverletzungen im Raum stehen

  • Wenn sich alte Muster ständig wiederholen

  • Wenn du allein nicht weiterkommst

  • Wenn Sexualität stark mit Angst, Scham oder Druck verknüpft ist

Therapie ist kein Zeichen von Scheitern. Sie ist ein Zeichen von Verantwortung.

Welche professionellen Wege es neben Sextherapie gibt

Nicht jede Unterstützung muss klassische Therapie sein. Es hilft, die richtigen Begriffe zu kennen.

Sexological Bodywork
Körperorientierte Arbeit mit Fokus auf Wahrnehmung, Grenzen, Nervensystem und Präsenz.

Tantra
Als Erfahrungsraum für Nähe, Atem, Berührung und Bewusstsein. Nicht zwangsläufig spirituell, sondern sehr körperlich.

Sextherapie
Mit unterschiedlichen Schwerpunkten, etwa auf offene Beziehungen, Kink, BDSM oder alternative Beziehungsmodelle.

Paartherapie
Wenn das Thema im Dazwischen liegt und nicht bei einer einzelnen Person.

Sexarbeit, Dommes, Bondage Professionals
Auch hier arbeiten Profis mit klaren Rahmen, Erfahrung und Wissen. Lernen, Spiegeln und Erfahren können auch dort stattfinden, ohne dass etwas falsch mit dir sein muss.

Und wo ich mich einordne

Ich arbeite nicht als Therapeutin. Und auch nicht mit Diagnosen.
Ich sehe mich als Sparring Partner. Als Confidante. Als jemand, der zuhört, sortiert, Fragen stellt.

Manchmal reicht das, um Klarheit zu bekommen.
Manchmal zeigt es erst, welcher nächste Schritt sinnvoll ist.
Beides ist richtig.

„Nicht jede Frage braucht sofort eine Lösung. Manche brauchen erstmal Raum.“

Fazit: Die ehrlichere Frage

Vielleicht ist die Frage nicht:
Brauch ich einen Sex Therapeuten.

Sondern:
Was brauche ich gerade wirklich.

Unterstützung. Ein Gespräch. Orientierung. Oder professionelle Begleitung.

Du bist nicht komisch. Nicht falsch. Nicht allein.
Und du musst nicht alles sofort wissen.

Aber du darfst anfangen, hinzuhören.

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